Neurologie
Neurologische Erkrankungen – Vorsorge, Abklärung, Behandlung und Weiterbetreuung


Anfallserkrankungen und Kollapszustände
Anfallserkrankungen sind neurologische Störungen der Hirnfunktion, die sich in plötzlich auftretenden, zeitlich begrenzten Anfällen zeigen. Die häufigste Form ist die Epilepsie. Dabei führen unkontrollierte elektrische Entladungen von Nervenzellen im Gehirn zu Symptomen wie Bewusstseinsverlust, Muskelzuckungen oder Veränderungen der Wahrnehmung. Zur Diagnostik werden häufig bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomografie (MRT) sowie ein Elektroenzephalogramm (EEG) eingesetzt. Die Behandlung erfolgt in der Regel medikamentös mit dem Ziel, weitere Anfälle möglichst zu verhindern.
Ein Kollaps bezeichnet eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung, die häufig infolge einer Kreislaufdysregulation auftritt und zu einem plötzlichen Sturz führen kann. Die häufigste Ursache ist eine Synkope (Ohnmachtsanfall), also eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns. In der Neurologie ist es entscheidend, einen Kollaps von anderen Auslösern wie Schlaganfall, epileptischem Anfall oder Stoffwechselentgleisungen (z.B. Unterzuckerung) abzugrenzen.
Bewegungsstörungen
Bewegungsstörungen umfassen eine Reihe neurologischer Erkrankungen, bei denen die Motorik gestört oder unwillkürlich ist. Sie können sich in einem Zuviel (hyperkinetisch) oder einem Zuwenig (hypokinetisch) an Bewegung äußern. Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Parkinson, Tremor (Zittern), Dystonien (z.B. Schiefhals) und das Restless-Legs-Syndrom. Da viele dieser Erkrankungen nicht heilbar sind, konzentriert sich die Behandlung vor allem auf eine möglichst gute Linderung der Beschwerden.
Sensibilitätsstörungen
Sensibilitätsstörungen bezeichnen in der Neurologie eine veränderte Wahrnehmung von Sinnesreizen. Sie können sich ganz unterschiedlich äußern – etwa als Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerzen oder verändertes Empfinden von Temperatur. Ursache kann eine Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems sein, zum Beispiel im Rahmen einer Multiplen Sklerose, einer Polyneuropathie, nach Verletzungen, bei Stoffwechselstörungen oder durch bestimmte Gifte/Medikamente. Die genaue Art der Empfindungsstörung (z.B. Schmerz-, Berührungs- oder Vibrationswahrnehmung) und deren Verteilung am Körper geben wichtige Hinweise auf die zugrundeliegende Ursache.
Begleitende Schmerztherapie Wirbelsäule
Begleitende Schmerztherapie an der Wirbelsäule umfasst meist minimal-invasive Verfahren wie gezielte Injektionen (z.B. periradikuläre Therapie, epidurale Infiltration) mit Lokalanästhetika und Kortison sowie ergänzend physikalische Maßnahmen und psychologische Verfahren. Ziel ist es, schmerzauslösende Strukturen vorübergehend zu betäuben und Entzündungen zu reduzieren – häufig in Kombination mit Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur sowie mit Entspannungsübungen.
Hirnleistung und Demenz
Unter Hirnleistung versteht man die funktionelle Leistungsfähigkeit des Gehirns, die sich in geistigen Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache und Denken zeigt. Unter einer Hirnleistungsstörung versteht man einen Sammelbegriff für qualitative oder quantitative Beeinträchtigungen der normalen Gehirnfunktion.
Durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung nehmen Demenzerkrankungen immer mehr zu. Erste Auffälligkeiten im familiären Umfeld können von mir als Neurologin abgeklärt und häufig bereits in einem frühen Stadium erkannt werden. Die hierzulande häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, die überwiegend im höheren Lebensalter auftritt. In der Regel lässt sich die Diagnose auf Basis eines ausführlichen ärztlichen Gesprächs, einer körperlich-neurologischen Untersuchung, einer neuropsychologischen Testung und nach Ausschluss anderer Ursachen stellen. Zur Behandlung stehen mehrere gut untersuchte Medikamente zur Verfügung.
Schwindel und Stürze
Schwindel ist ein sehr häufiges und gleichzeitig unspezifisches Symptom. Dahinter können sowohl harmlose als auch ernsthafte Erkrankungen stecken. Als Neurologin ist es meine Aufgabe, anhand der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung gefährliche von ungefährlichen Schwindelursachen zu unterscheiden und eine passende Verdachtsdiagnose zu stellen.
In der Neurologie sind Stürze häufig die Folge von Gangstörungen, etwa bedingt durch Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson oder Schädigungen peripherer Nerven. Auch Schwindel, Lähmungen, eine Fußheberschwäche oder Sensibilitätsstörungen können das Sturzrisiko deutlich erhöhen. Mitunter liegen plötzliche Ereignisse wie ein Schlaganfall oder dessen Folgen zugrunde. Eine sorgfältige Abklärung der Ursachen ist entscheidend, um eine gezielte Behandlung einzuleiten und weiteren Stürzen wirksam vorzubeugen.
Kopfschmerz
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für eine Vorstellung in der neurologischen Ordination. Grundsätzlich unterscheidet man primäre von sekundären Kopfschmerzen. Zu den wichtigsten primären Kopfschmerzformen zählen Migräne und Spannungskopfschmerz. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sich in bildgebenden Untersuchungen des Gehirns keine strukturellen Auffälligkeiten nachweisen lassen. Sekundäre Kopfschmerzen hingegen sind Ausdruck einer anderen Grunderkrankung und müssen rasch und gezielt abgeklärt werden. Die Abgrenzung von primären und sekundären Kopfschmerzen fällt in meinen Verantwortungsbereich. Entscheidend ist insbesondere, ernsthafte Ursachen wie Hirnblutung, Tumor oder Hirnhautentzündung auszuschließen.
Schmerzerkrankungen
Schmerzerkrankungen sind chronische Schmerzzustände, die über einen längeren Zeitraum – in der Regel länger als drei bis sechs Monate – bestehen und die Lebensqualität deutlich einschränken können. Beispiele sind anhaltende Rückenschmerzen, Kopfschmerzen (etwa Migräne), Nervenschmerzen (z. B. Ischialgie), Fibromyalgie oder Gelenkschmerzen. Man unterscheidet verschiedene Formen: neuropathische Schmerzen infolge von Nervenschädigungen, „dysfunktionale“ Schmerzen bei gestörter Schmerzverarbeitung im Gehirn sowie psychosomatische Schmerzen, bei denen seelische Faktoren maßgeblich beteiligt sind. Eine vertrauensvolle, langfristige ärztliche Begleitung hilft dabei, unrealistischen Erwartungen an die Schmerztherapie vorzubeugen und ein für alle Beteiligten belastendes „Arzt-Hopping“ zu vermeiden. Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen von Nerven bzw. nervalen Strukturen. Typisch sind brennende oder elektrisierende Missempfindungen, die häufig nur unzureichend auf herkömmliche Schmerzmittel ansprechen.
Diverse Muskelerkrankungen
Muskelerkrankungen zeigen sich vor allem durch eine krankhaft verminderte Muskelkraft, oft in Kombination mit Muskelabbau (Atrophie), vorübergehenden Verkrampfungen oder Schmerzen. Myopathien mit neurologischer Ursache sind sehr vielfältig und erfordern eine umfassende und sorgfältige diagnostische Abklärung. Ein strukturiertes ärztliches Gespräch in Verbindung mit einer gründlichen neurologisch-körperlichen Untersuchung ermöglicht zunächst eine erste Einordnung der möglichen Ursachen. Zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren zählen technische Zusatzuntersuchungen wie die Messung der Muskelaktivität mittels Elektromyogramm (EMG) und die Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit mittels Elektroneurografie (ENG). Da für viele Muskelerkrankungen wirksame Behandlungsmöglichkeiten bestehen, ist eine möglichst präzise und zeitnahe Diagnosestellung von großer Bedeutung.

Erkrankungen der Nervenfasern
Erkrankungen der Nervenfasern sind neurologische Störungen, bei denen Strukturen des zentralen oder peripheren Nervensystems geschädigt werden. Sie können sich unter anderem durch Schmerzen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfe äußern. Häufige Beispiele sind Polyneuropathien (z.B. als Folge von Diabetes oder Alkoholmissbrauch), Multiple Sklerose als Autoimmunerkrankung oder Motoneuronenerkrankungen wie die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
Schlaganfall
Die Schlaganfallvorsorge hat vor allem das Ziel, relevante Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit auszuschalten. Dabei kommen vor allem die Krankengeschichte, Laboruntersuchungen und verschiedene technische Verfahren (z.B. Langzeit-EKG, Langzeitblutdruckmessung, Ultraschall der Halsgefäße, Blutgerinnungsdiagnostik) zum Einsatz. Eine strukturierte Nachsorge nach einem Schlaganfall ist nachweislich ein wirksames Mittel, um weitere – möglicherweise noch schwerere – Schlaganfälle zu verhindern. Dabei wird die im Krankenhaus begonnene Sekundärprophylaxe regelmäßig auf ihre anhaltende Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit überprüft und bei Bedarf angepasst. Bei rund 25 % aller Schlaganfälle lässt sich anfangs keine auslösende Ursache feststellen, sodass eine direkte und gezielte Beseitigung der Ursache zunächst nicht möglich ist.

