Wissenschaftlich bestätigt


Nicht nur unser Körper, auch unser Kopf reagiert sehr empfindlich darauf, was wir essen. Eine aktuelle Studie hat das in einem Tiermodell eindrucksvoll gezeigt. Und: Was wir aus solchen Modellen kennen, lässt sich in vielen Fällen sehr gut auf den Menschen übertragen – das heißt, die beschriebenen Abläufe finden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in uns statt.

  • Was wurde gemacht?
    Mäuse erhielten eine stark fettreiche, kalorienüberschüssige Ernährung. Bereits nach zwei Tagen zeigten sich erste Veränderungen im Gehirn:

  • Die Folge waren Entzündungsprozesse.
    Immer wenn etwas in Gewebe gelangt, wo es nicht hingehört, reagiert der Körper mit Entzündung – so auch hier im Gehirn.

  • Nach vier Wochen dieser Ernährung waren auch Veränderungen auf Zellebene sichtbar:
    Die Mitochondrien – also die „Kraftwerke“ der Nervenzellen im Hippocampus – arbeiteten nicht mehr richtig. Die Nervenzellen konnten ihre Funktionen dadurch nur noch eingeschränkt erfüllen.

  • Für den Alltag bedeutet das:
    Die Qualität der Fette und die Menge der Kalorien spielen eine große Rolle. Das zentrale Nervensystem registriert beides sehr früh – und genauso früh lohnt sich gegenzusteuern:

    -bessere Fettqualität
    -weniger hochverarbeitete Lebensmittel
    -ausreichend Schlaf
    -Stressreduktion
    -regelmäßige Bewegung

  • Die Blut-Hirn-Schranke wurde durchlässiger.
    Sie soll das Nervensystem eigentlich davor schützen, dass nicht alle im Blut zirkulierenden Substanzen ins Gehirn gelangen. Durch die ungesunde Ernährung wurde dieser Schutz teilweise aufgehoben – Stoffe, die dort nichts verloren haben, konnten ins Nervensystem eindringen.

  • Das blieb nicht ohne Folgen:
    Die Gedächtnisleistung der Tiere verschlechterte sich deutlich, es zeigten sich Störungen in Lern- und Gedächtnisnetzwerken. Ab Tag 6 traten zusätzlich depressive Verhaltensmuster auf.

  • Das Gesamtbild ist eindeutig:
    Schon eine kurzfristige, sehr fettreiche und kalorienreiche Ernährung belastet das Gehirn – insbesondere den Hippocampus – schnell und direkt. Die Blut-Hirn-Schranke wird durchlässiger, die feine Abstimmung von Stoffwechsel und Synapsen gerät aus dem Gleichgewicht, und Verhaltensänderungen sind sichtbar, noch bevor sich klassische Blutwerte dauerhaft verändern.

    Bei anhaltender Belastung kommt es zu Energieproblemen der Nervenzellen und zu glialen Reaktionen, die das System weiter in Richtung Neuroinflammation (Entzündung im Nervensystem) verschieben.

So kann der Hippocampus seine Aufgaben – Lernen, Erinnern, emotionale Regulation – möglichst ungestört erfüllen.

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